Die Löwin von Mogador ~ Julia Drosten

Buchinfos 

Drosten, Julia: Die Löwin von Mogador : Roman
erschienen im Drosten Verlag, 2013
613 Seiten
Ebook (Kindle Edition)  – 6,13 €
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Inhalt
Marokko 1836: Die junge Sibylla Hopkins kommt mit ihrem Ehemann in das nordafrikanische Land, um dort das Handelsimperium ihres Vaters auszubauen. Fasziniert von der exotischen Kultur, genießt sie das lebendige Treiben auf den Basaren, die fremden Gerüche und die sirrende Hitze über der Wüste. Für Sibylla steht ausser Frage, dass das Leben hier tausendmal besser als im strengen und kalten Europa ist. Doch als ihr Mann in dunkle Geschäfte verwickelt wird und sie sich in den französischen Offizier André verliebt, muss sie beweisen, wie stark sie ist…

Im Mittelpunkt der Saga stehen zwei Generationen starke Frauen und ein dunkles Familiengeheimnis.

Der erste Satz

„Wo  ist mein Vater?“

Eigene Meinung
Nach einem freundlichen Mailaustausch mit den Autoren des Buches, wurde es mir als kostenlosen Download zur Verfügung gestellt. Nochmals DANKE an dieser Stelle :)

Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert und führt den Leser zu Beginn nach London. Dort lernen wir vorerst die Protagonisten kennen, die mich gleich begeistern konnten. Es dauert nicht lang und wir dürfen mit den Charakteren nach Afrika reisen – nach Mogador. Durch den angenehmen Schreibstil konnte ich mir jeden kleinen Winkel der beschriebenen Orte genau vorstellen, was sehr zum Lesevergnügen beitragen konnte.
Auch wenn es für meine Verhältnisse weit in der Vergangenheit spielte, spürte man dies kaum. Nur die Dialoge ließen sehr stimmig darauf schließen, dass wir uns nicht in der Gegenwart befinden.
Ich las das Ebook überwiegend an heißen Tagen, so konnte ich mich optimal in die orientalische Welt, in der sich die Protagonisten bewegen, einfinden.

Vor dieser Geschichte war jener Ort nie ein reizvoller Schauplatz, dennoch war ich positiv überrascht, dass ich so mühelos abtauchen konnte. Außerdem finde ich es ausgesprochen gut, wie sich die Story auch mit sensiblen Themen, wie dem „Ausländerhass“, befasst. Zum Teil spürte man die regelrechte Fremdenfeindlichkeit der Einheimischen gegenüber den Europäern. Meiner Meinung nach zeigt dies ganz klar, dass jede Nation einen gewissen Stolz in sich trägt, welches ihr Land gegen vermeintliche Eindringlinge beschützen will. Ebenso die Kultur und Bräuche, die zur Sprache kommen und die jeder Besucher oder Zuwanderer zu akzeptieren und tolerieren hat. Ich bin mir nicht sicher, ob die Autoren das bewusst so eingebaut haben, oder es für mich nur so stark zum Ausdruck kommt.

Natürlich hält die Geschichte noch so einiges mehr bereit und bietet eine Vielfalt von interessanten Blickwinkeln.

Fazit
Ein Buch, das die Geschichte einer Liebe erzählt, die weitaus mehr umfasst, als das Zwischenmenschliche. Die Liebe zu einem Land, zu den eigenen Kindern, mit schicksalhaften Begegnungen und Wendungen. Wunderbar!

schmedda#4

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Charleston Girl ~ Sophie Kinsella

 Buchinfos

Kinsella, Sophie: Charleston Girl ; Roman
erschienen im Goldmann Verlag 2009
495 Seiten
ISBN 978-3-442-47399-1
Taschenbuch – 8,99 €
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Inhalt
Lara Lington, eine junge Londonerin, hat gerade die Trennung von ihrem Freund hinter sich, und auch im Job könnte es besser laufen. Gegen ein paar Veränderungen hätte sie also nichts einzuwenden. Aber dass ihre Großtante Sadie ihr Leben auf den Kopf stellt, hätte Lara nun wirklich nicht erwartet. Sadie Lancaster ist im stolzen Alter von 105 Jahren in einem Altersheim verstorben, doch das würde man dem quirligen 23jährigen Mädchen nicht ansehen, das Lara erscheint und von ihr verlangt, eine Halskette zu finden, an der ihr ganzes Herz hängt. Außerdem will die kapriziöse, lebenslustige Sadie noch einmal richtig Spaß haben, tanzen, flirten und Champagner trinken. Und auch dazu braucht sie Laras Hilfe. Ehe sie sich’s versieht hat Lara ein Date mit einem ihr völlig unbekannten Mann, den Sadie ausgesucht hat, da er sie an Rudolph Valentino erinnert. Mit ihm soll Lara ausgehen, die unsichtbare Sadie im Schlepptau. Dass Lara eigentlich ihren Exfreund Josh zurückerobern möchte, ist Sadie herzlich egal. Im Charlestonkleid und mit ondulierten Haaren muss Lara einen Abend mit Ed verbringen – und das ist erst der Anfang ihrer Probleme …

Der erste Satz
Mit dem Elternbelügen ist es doch so: Man muss es tun, um sie zu schützen.

Eigene Meinung
‚Charleston Girl‘ war wieder ein gelungenes Buch von, mittlerweile einer meiner Lieblingsautorinnen, Sophie Kinsella.
Obwohl es hierbei etwas länger brauchte um mich mit der Geschichte anzufreunden, da sie um einiges übersinnlicher war als ihre vorangegangenen Werke. Nach dem ersten Viertel konnte mich die Situation fesseln und ich las es mit Freude.
So abgedreht die Geschichten von Sophie Kinsella auch sein mögen, sie schafft es jedesmal eine authentische und mitreißende Entwicklung auszuklügeln, die mir auch hier sehr gut gefiel. Liebenswerte Charaktere, Witz und eine gesunde Portion Liebe lassen mich in die turbolente Großstadt London entführen und angenehme (Lese-)Stunden verbringen.

Fazit: Chick-Lit, die man lieben muss. Erfrischend komisch und doch mit der richtigen Mischung aus Übersinnlichkeit und Realität machen das Buch zu einem erheiternden Lesevergnügen. Darüber hinaus hat das Buch einen nachdenklichen Kern: mal ab und an ein Auge auf ältere Familienangehörige werfen und für deren Vergangenheit ein kleines Interesse zeigen, denn jeder hat seine Geschichte zu tragen, die so einiges zu erzählen hat. Am Ende klappe ich die Kinsella-Bücher immer mit einem Lächeln zu ;)

schmedda#4

Die erste Nacht – Marc Levy

Buchinfos

Levy, Marc: Die erste Nacht ; Bd. 2
erschienen im Blanvalet Verlag 2010
475 Seiten
ISBN 978-3-442-37659-9
Taschenbuch – 8,99 €
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Inhalt

Die Geschichte um Keira und Adrian geht weiter …

Amazon.de

Aus Keiras und Adrians Begegnung ist Liebe geworden, aus ihren Forschungen über den Ursprung der Welt ein verhängnisvolles Chaos. Als Keira im chinesischen Gelben Fluss verunglückt, ist für Adrian alles verloren. Aber dann erhält er einen Hinweis darauf, dass die Frau, die er liebt, noch am Leben sein könnte. Voller Hoffnung macht er sich auf die Suche nach ihr. Doch dunkle Mächte walten im Hintergrund, und Adrian muss sich zwischen seiner Liebe und der Suche nach der Wahrheit entscheiden …

Der erste Satz
Mein Name ist Walter Glencorse, ich bin Finanzverwalter der Londoner Royal Academy of Sciences.

Eigene Meinung

Auf der Grundlage des 1. Bandes „Am ersten Tag“ hat Marc Levy eine Fortsetzung geschaffen, die grandios ist.
Mit fesselnder Spannung sog ich alles gierig in mich auf und war sehr gespannt auf den Ausgang. Am liebsten wäre ich zur letzten Seite gesprungen, weil ich in kribbeliger Aufregung war und herausfinden wollte, was sich denn nun hinter den ganzen geheimnisvollen Dingen verbirgt.

Der 2. Teil gefiel mit deutlich besser als das vorangegangene Werk. Keira wurde mir (endlich) sympathischer und ich konnte mich mit ihrer Person besser anfreunden. Adrians Verbündeter „Walter“ konnte mich wieder an einigen Stellen zum Lachen bringen, denn sein trockener Humor ist einfach köstlich.
Auch „Die erste  Nacht“ nimmt uns zu einer spektakulären Reise mit, dessen ferne Länder wir kennenlernen, in die so manch einer nie vordringen wird. Mir persönlich gefiel es am besten in Sibieren, Schottland & Amsterdam. Außerdem pendeln wir oft zwischen London und Paris. Ab und an verliert man ein wenig das Gefühl für Zeit und Raum, störte mich aber nicht gravierend.

Desweiteren liebe ich den Schreibstil von Marc Levy. Niveauvoll ausgeprägt, prägnant und auf den Punkt bringend. Auch mit wenigen (!) Umweltbeschreibungen kann ich mich in seine Welt absolut reinfinden und mich integriert fühlen, als ob ich selbst dort wäre. Dies schaffen nur wenige Autoren und dafür liebe ich Herrn Levy einfach ;)
Der philosphische Touch gefiel mir ausgesprochen gut. Ein Satz, den ich mehrere Male las: „Jeder von uns hat etwas von einem Robinson in sich, eine neu zu entdeckende Welt und einen Freitag.“ Jener schaffte es auch in mein Zitate-Büchlein.

Im Verlauf der Geschichte erahnte ich das Ende und wurde dahingehend auch nicht enttäuscht. Mir hat noch so ein kleiner „Oh mein Gott“-Effekt gefehlt, ich hätte mir gewünscht, dass der Autor noch etwas unvorhersehbares einbaut, dann hätte es von mir die volle Anzahl Schmetterlinge gegeben. So sind es nur 4, was ich aber keineswegs als schlechter empfinde.

Fazit
Auch der 2. Teil besticht wieder mit viel Abenteuer, Reisen in ferne Länder und mystischer Spannung. Ein Buch, für Leser mit Interesse zur Astrophysik, Archäologie, Wissenschaft und Evolution. Für all diejenigen, die gern auf Entdeckungsreise gehen und einem mysteriösen Phänomen auf die Spur kommen wollen. Die Geschichte lässt zwar die Liebe zweier Menschen in den Hintergrund rücken, aber sie ist allgegenwärtig. Lest es und die Reise kann beginnen…

schmedda#4