Bleicher Tod ~ Andreas Winkelmann

 Buchinfos

Winkelmann, Andreas: Bleicher Tod : Psychothriller
erschienen im Goldmann Verlag 2011
382 Seiten
ISBN 978-3-442-47589-6
Taschenbuch – 9,99 €
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Inhalt [lt. amazon.de]
Ein junges Mädchen, allein, gefangen in der Dunkelheit. Sie ahnt, dass ihr Leben bald vorbei sein wird – nur um festzustellen, dass es schlimmere Dinge gibt als zu sterben … Derweil erfährt Kriminalkommissarin Nele Karminter von einer erschreckenden Studie: Einer von fünfundzwanzig Menschen hat kein Gewissen, ist ein potentieller Psychopath. Eine Erkenntnis, die sich für Nele bald in blutige Praxis verwandeln wird. Denn kurz darauf wird sie zu einem Tatort gerufen – und zu der grausam entstellten Leiche eines jungen, seltsam bleichen Mädchens …

Der erste Satz
Seit Stunden lag sie auf einem Gitter aus eckigen Metallstreben, die ihr schmerzhaft ins Fleisch drückten.

Eigene Meinung
Mit diesem Buch konnte ich mich an einen neuen Autoren im Thrillergenre bereichern, von dem ich bisher nur gehört, aber noch nichts gelesen habe. Mit dem Psychothriller „Bleicher Tod“ hat Andreas Winkelmann mein Herz für blutrünstige Geschichten, die einen Schauer über den Rücken jagen lassen, erobert.

Der Mix aus Kriminalistik und Opferperspektiven konnten meinen Geschmack gut treffen. Ein Killer, der Frauen mit Wasserstoffperoxid, einem Bleichmittel, die Haut verätzt und sie einem grausamen Tod sterben lässt, war auch für mich mal was „Neues“.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und auch detailreich, sodass man sich alle Personen gut vorstellen konnte. Mit dem häufigen Wechsel der Perspektiven musste ich erst warm werden, denn man wird in kurzer Zeit, von dem einen zum nächsten Handlungsstrang „geschleudert“, woran ich mich dann aber schnell gewöhnen konnte. Allerdings fiel es hin und wieder schwer, den Faden in der jeweiligen Situation wieder aufzunehmen.

Man merkt relativ deutlich, dass dieses Werk Teil einer Reihe ist und man somit das Gefühl hat, irgendwas verpasst zu haben, wenn man so wie ich, den Vorgänger nicht gelesen hat. Es trägt allerdings im Handlungsverlauf nicht zur Benachteiligung bei, da die Geschichten innerhalb abgeschlossen sind.

Fazit: Ein Thriller, der mir gut gefallen hat! Wer es mit einem kranken Soziopathen aufnehmen möchte, der wird hier nicht enttäuscht. TOP Buch, das mich ordentlich in Spannung versetzen konnte.

schmedda#4

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Still Missing – Kein Entkommen ~ Chevy Stevens

 Buchinfos

Stevens, Chevy: Still Missing – Kein Entkommen : Thriller
erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag, 2012
413 Seiten
ISBN 978-3596512447
Taschenbuch – 9,99 €
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Inhalt (lt. amazon.de)

Was würdest du tun, wenn dich jemand am helllichten Tag entführt? Wenn du ihm vollkommen ausgeliefert bist? Wenn es aus dieser Hölle kein Entkommen gibt? Würdest du töten? Und wäre dann wirklich alles vorbei?
Ein Thriller wie ein Albtraum, der immer wieder neu beginnt.
Ein ganz normaler Tag, ein ganz normaler Kunde mit einem freundlichen Lächeln. Doch im nächsten Moment liegt die junge Maklerin Annie O’Sullivan betäubt und gefesselt in einem Lastwagen. Als sie erwacht, findet sie sich in einer abgelegenen, schallisolierten Blockhütte wieder. Ihr Entführer übt die absolute Kontrolle über sie aus. Ein endloser Albtraum beginnt, hinter dem ein noch schlimmerer auf sie wartet.

Der erste Satz
Wissen Sie, Doc, Sie sind nicht die erste Therapietante, der ich gegenübersitze, seit ich wieder zu Hause bin.

Eigene Meinung
Den „Zarten“ unter euch sei vorweg schon gesagt: Dieses Buch ist nichts für euch! Denn von seichter Spannung und „unblutigen“ Szenen kann hier gar keine Rede sein.
Das Erstlingswerk von Chevy Stevens konnte mich restlos begeistern und mich auch nach dem Beenden des Buches einfach nicht loslassen, denn es gab Passagen, an denen sich meine Nackenhaare sträubten und ich das Buch für ein paar Minuten zur Seite legen musste, einfach aus dem Grund, dass ich so geschockt war und ich es verdauen musste, was ich da soeben gelesen habe.

Zudem gefiel mir diese taffe Protagonistin, die in meinen Augen eine unglaublich starke Persönlichkeit verkörpert, vorallem nach außen hin. Nicht nur ihr Überlebenswille sondern auch ihr Mut überzeugte mich bis zum Schluss. Außerdem fand ich es hier sehr passend, dass es in der Ich-Perspektive geschrieben ist, da es so einen noch persönlicheren Eindruck verschaffte. Generell stört mich keine der üblichen Perspektiven sonderlich, denn ich kann mich mit allen Erzählweisen gut anfreunden.

Auch der Übergang zwischen Therapiesitzungen und den Erlebnissen empfand ich als sehr gut gelöst und ließ das Gesamtbild stimmig wirken.
An einer Stelle in der Geschichte füllten meine Augen sich leicht mit Tränen und das hat nie – ich betone NIE – ein Thriller in der Form bei mir auslösen können.

Das Ende habe ich so definitiv nicht erwartet – daher ist es für mich auch ein klares 5-Sterne-Buch, denn es hat mich bewegt, geschockt, mega spannend unterhalten und mir dazu noch ein unerwartetes Ende beschert!

Fazit: Ein Jahreshiglight 2013 im Thrillergenre. Verstörend, grausam, brutal und packend zugleich. Ein absoluter Lesetipp!

schmedda#5

3096 Tage ~ Natascha Kampusch

Buchinfos

Kampusch, Natascha: 3096 Tage
erschienen im Ullstein Verlag, 2012
283 Seiten
ISBN 978-3-548-37426-0
Tachenbuch – 9,99 €
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Inhalt

Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen – 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben.

Der erste Satz
Meine Mutter zündete sich eine Zigarette an und nahm einen tiefen Zug.

Eigene Meinung
Ein Schicksalsbericht, dessen Ausmaß an Grausamkeit kaum Grenzen kennt. Natascha Kampusch berichtet über ihr Leben in der Gefangenschaft mit ihrem Entführer, Peiniger und einzigen Bezugsperson ihrer Kindheit und Jugend.
Dieses Buch hat mich tief bewegt, denn die Offenlegung der Tatsachen durch das geschriebene Wort, brennen sich sehr tief in den Kopf und lassen nie so ganz los – trotz der Unterbrechungen, die ich während des Lesens machen musste, um ihren Sinn genau zu erfassen und zu verarbeiten. Für mich stellt dieser Bericht sogar den perfekt durchdachtesten und spannendsten Thriller in den Schatten, denn blendet man die Wahrheit hinter der Geschichte aus, könnte man tatsächlich von einem grenzwertigen Psychothriller sprechen, der aus der Opferperspektive geschildert wird. Doch man macht sich zwischenzeitlich bewusst, dass all dies nicht eine ausgeklügelte Story mit „Happy End“ entspricht, denn es ist eben schockierend wahr und hat sich so zugetragen.
Die Details der grausamen Erfahrungen dieses unschuldigen Mädchens, das mit den Jahren zu einer Erwachsenen heranwuchs, sprengen meine persönliche Vorstellungskraft von Bösartigkeit in unserer Welt, das irgendwo unter uns weilt und täuscht. Zu welch grauenvollen Dingen der menschliche Verstand imstande ist und wir untereinander zu solch kranken Verhalten fähig sind, ist unglaublich ; ja eigentlich unbeschreiblich.
Während des Lesens der unfassbaren Zeilen hatte ich vollkommenes Mitgefühl, was Natascha Kampusch durchstehen und mit welchen Ängsten und Misshandlungen sie die ganzen Jahre leben musste. Nachempfinden will ich ihr es nie.
Zwischenzeitlich habe ich auch jedes Interview und viele Berichte im Internet angesehen um mir ein reelles Bild von Natascha machen zu können. Man merkt ihr eine wesentliche Stärke an, mit der sie vor die Kamera tritt (und was sich auch in dem Buch bemerkbar macht), jedoch spürte ich ebenfalls die Verletzlichkeit und Verbitterung (letzteres besonders in den aktuelleren Interviews) hinter der starken Frau, die sie verkörpert. Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen, weshalb die Menschen und die Presse so demütigende Dinge in die Welt setzen, welche sie natürlich beleidigen. Reicht es denn nicht, was ihr widerfahren ist und ihre Sicht der Vorkommnisse so häufig schilderte? Der Familie und ihr selbst werden heute noch Sachen unterstellt, die mich dermaßen verärgern.
Es ist schlimm, wie es zum Teil in unserer Welt zugeht und wie wenig Menschlichkeit zu existieren scheint. Man sollte der Frau ihre verdiente Freiheit lassen und sie als normale Mitbürgerin ansehen können, die es verdient hat endlich ihr Leben zu leben nach allem, was ihr zugestoßen ist!

Ich wünsche mir für diese junge Frau, dass sie weiterhin ihre Stärke behält  und ihr Leben so positiv wie möglich verlaufen mag. Meinen vollsten Respekt hat Natascha Kampusch definitiv.


Fazit
Worte sind hier überflüssig.

schmedda#5