Denk an mich in der Nacht ~ Joanne Harris

 Buchinfos

Harris, Joanne: Denk an mich in der Nacht : Roman
erschienen im List Verlag,  2010
393 Seiten
ISBN 978-3-471-35025-6
Gebundene Ausgabe – Nur noch gebraucht erhältlich!
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Inhalt
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Die Malerin Alice leidet unter der Trennung von ihrer großen Liebe Joe. Es wird nicht besser, als er mit seiner neuen Freundin zurück in ihre Nähe zieht. Irgendetwas stimmt nicht mit der fast überirdisch schönen Frau. Als Alice bei ihr ein mysteriöses Tagebuch findet, ahnt sie, dass Joe und auch sie selbst in tödlicher Gefahr schweben: Es berichtet von Vampiren und ihrem blutigen Treiben. Alice weiß, dass sie den schrecklichen Fluch bannen muss, um Joe zurückzugewinnen. Eine fesselnde Geschichte über die dunklen Mächte in uns.

Der erste Satz

Überlebensgroß, Gesicht und Hände beängstigend blass, auf einer Leinwand, die so dunkel, schmal und länglich ist wie ein Sarg, die Augen unergründlich wie die Unterwelt, die Lippen rot wie Blut – so blickt Proserpina in traumverlorener Trauer auf etwas, das sich außerhalb des Bildrands befindet.

Eigene Meinung
Dieses Buch war ein absoluter Coverkauf, dessen Geschichte mich aber auch sehr interessierte. Mit spannender Erwartung nahm ich es nun zur Hand und muss leider sagen: enttäuschend.

Die Charaktere sind schlichtweg oberflächlich und schlecht ausgebaut. Der Schreibstil kann sich zwar gut sehen bzw. lesen lassen, passte meiner Meinung nach aber nicht zur Story, denn die mystische Schreibweise verwirrte mich zunehmend, was daran lag, dass die Geschichte in 2 verschiedenen Handlungssträngen verläuft und ich zeitweise nicht mehr durchblicken konnte, welche Perspektive ich gerade las. Außerdem störte mich der Wechsel vom allwissenden Erzähler zur Ich-Perspektive sehr. Die Handlungen, in die wir eintauchen dürfen, spielen in der Jetztzeit und in der Vergangenheit (kurz nach dem II. Weltkrieg).

Positiv anzumerken ist die Darstellung der Vampire, welche in ihrer konservativen Art „echt“ sind, d.h. blutrünstig, machtbesessen, welche die Fähigkeit besitzen Sterbliche in eine Art Ekstase zu versetzen, die sie gefügig macht und einen allgemeinen Hang zum Wahnsinn haben – so wie sie in alten Vampirgeschichten zu finden sind. Besonders der Anti-Twilight-Fraktion könnte das gefallen. ;)

Definitiv ist es kein Buch, das Lust auf mehr macht. Einmal unterbrochen/zugeschlagen ; kann es dann gut und gerne auch bleiben. Es erzeugte bei mir nie den Drang, es weiterzulesen.
Der Endteil war ein nervendes Wirrwarr, das mich kein bisschen überzeugen konnte und mich nur unnötig irritierte.

Wenn man von Beginn an weiß, dass es das Erstlingswerk der Autorin ist, kann man über das ein oder ander Manko hinweg sehen und das Buch als 3 Sterne-Buch durchgehen lassen, was es in meinen Augen nicht verdient. Ich wollte es einfach nur so schnell wie möglich fertig lesen und hatte dabei weder Spaß noch Spannung (Schokolade war auch nicht drin ;D ) während des Lesens.

Fazit
Absolut keine Empfehlung von mir! Das schlechteste Buch, das ich bisher in diesem Jahr gelesen habe.
Pluspunkte für den netten Schreibstil (oder Übersetzung?!) und die konservativ gebliebenen Vampire, die mit dem alten Dracula mithalten können.

schmedda#2

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Charleston Girl ~ Sophie Kinsella

 Buchinfos

Kinsella, Sophie: Charleston Girl ; Roman
erschienen im Goldmann Verlag 2009
495 Seiten
ISBN 978-3-442-47399-1
Taschenbuch – 8,99 €
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Inhalt
Lara Lington, eine junge Londonerin, hat gerade die Trennung von ihrem Freund hinter sich, und auch im Job könnte es besser laufen. Gegen ein paar Veränderungen hätte sie also nichts einzuwenden. Aber dass ihre Großtante Sadie ihr Leben auf den Kopf stellt, hätte Lara nun wirklich nicht erwartet. Sadie Lancaster ist im stolzen Alter von 105 Jahren in einem Altersheim verstorben, doch das würde man dem quirligen 23jährigen Mädchen nicht ansehen, das Lara erscheint und von ihr verlangt, eine Halskette zu finden, an der ihr ganzes Herz hängt. Außerdem will die kapriziöse, lebenslustige Sadie noch einmal richtig Spaß haben, tanzen, flirten und Champagner trinken. Und auch dazu braucht sie Laras Hilfe. Ehe sie sich’s versieht hat Lara ein Date mit einem ihr völlig unbekannten Mann, den Sadie ausgesucht hat, da er sie an Rudolph Valentino erinnert. Mit ihm soll Lara ausgehen, die unsichtbare Sadie im Schlepptau. Dass Lara eigentlich ihren Exfreund Josh zurückerobern möchte, ist Sadie herzlich egal. Im Charlestonkleid und mit ondulierten Haaren muss Lara einen Abend mit Ed verbringen – und das ist erst der Anfang ihrer Probleme …

Der erste Satz
Mit dem Elternbelügen ist es doch so: Man muss es tun, um sie zu schützen.

Eigene Meinung
‚Charleston Girl‘ war wieder ein gelungenes Buch von, mittlerweile einer meiner Lieblingsautorinnen, Sophie Kinsella.
Obwohl es hierbei etwas länger brauchte um mich mit der Geschichte anzufreunden, da sie um einiges übersinnlicher war als ihre vorangegangenen Werke. Nach dem ersten Viertel konnte mich die Situation fesseln und ich las es mit Freude.
So abgedreht die Geschichten von Sophie Kinsella auch sein mögen, sie schafft es jedesmal eine authentische und mitreißende Entwicklung auszuklügeln, die mir auch hier sehr gut gefiel. Liebenswerte Charaktere, Witz und eine gesunde Portion Liebe lassen mich in die turbolente Großstadt London entführen und angenehme (Lese-)Stunden verbringen.

Fazit: Chick-Lit, die man lieben muss. Erfrischend komisch und doch mit der richtigen Mischung aus Übersinnlichkeit und Realität machen das Buch zu einem erheiternden Lesevergnügen. Darüber hinaus hat das Buch einen nachdenklichen Kern: mal ab und an ein Auge auf ältere Familienangehörige werfen und für deren Vergangenheit ein kleines Interesse zeigen, denn jeder hat seine Geschichte zu tragen, die so einiges zu erzählen hat. Am Ende klappe ich die Kinsella-Bücher immer mit einem Lächeln zu ;)

schmedda#4