3096 Tage ~ Natascha Kampusch

Buchinfos

Kampusch, Natascha: 3096 Tage
erschienen im Ullstein Verlag, 2012
283 Seiten
ISBN 978-3-548-37426-0
Tachenbuch – 9,99 €
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Inhalt

Natascha Kampusch erlitt das schrecklichste Schicksal, das einem Kind zustoßen kann: Am 2. März 1998 wurde sie im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Ihr Peiniger, der Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hielt sie in einem Kellerverlies gefangen – 3096 Tage lang. Am 23. August 2006 gelang ihr aus eigener Kraft die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben.

Der erste Satz
Meine Mutter zündete sich eine Zigarette an und nahm einen tiefen Zug.

Eigene Meinung
Ein Schicksalsbericht, dessen Ausmaß an Grausamkeit kaum Grenzen kennt. Natascha Kampusch berichtet über ihr Leben in der Gefangenschaft mit ihrem Entführer, Peiniger und einzigen Bezugsperson ihrer Kindheit und Jugend.
Dieses Buch hat mich tief bewegt, denn die Offenlegung der Tatsachen durch das geschriebene Wort, brennen sich sehr tief in den Kopf und lassen nie so ganz los – trotz der Unterbrechungen, die ich während des Lesens machen musste, um ihren Sinn genau zu erfassen und zu verarbeiten. Für mich stellt dieser Bericht sogar den perfekt durchdachtesten und spannendsten Thriller in den Schatten, denn blendet man die Wahrheit hinter der Geschichte aus, könnte man tatsächlich von einem grenzwertigen Psychothriller sprechen, der aus der Opferperspektive geschildert wird. Doch man macht sich zwischenzeitlich bewusst, dass all dies nicht eine ausgeklügelte Story mit „Happy End“ entspricht, denn es ist eben schockierend wahr und hat sich so zugetragen.
Die Details der grausamen Erfahrungen dieses unschuldigen Mädchens, das mit den Jahren zu einer Erwachsenen heranwuchs, sprengen meine persönliche Vorstellungskraft von Bösartigkeit in unserer Welt, das irgendwo unter uns weilt und täuscht. Zu welch grauenvollen Dingen der menschliche Verstand imstande ist und wir untereinander zu solch kranken Verhalten fähig sind, ist unglaublich ; ja eigentlich unbeschreiblich.
Während des Lesens der unfassbaren Zeilen hatte ich vollkommenes Mitgefühl, was Natascha Kampusch durchstehen und mit welchen Ängsten und Misshandlungen sie die ganzen Jahre leben musste. Nachempfinden will ich ihr es nie.
Zwischenzeitlich habe ich auch jedes Interview und viele Berichte im Internet angesehen um mir ein reelles Bild von Natascha machen zu können. Man merkt ihr eine wesentliche Stärke an, mit der sie vor die Kamera tritt (und was sich auch in dem Buch bemerkbar macht), jedoch spürte ich ebenfalls die Verletzlichkeit und Verbitterung (letzteres besonders in den aktuelleren Interviews) hinter der starken Frau, die sie verkörpert. Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen, weshalb die Menschen und die Presse so demütigende Dinge in die Welt setzen, welche sie natürlich beleidigen. Reicht es denn nicht, was ihr widerfahren ist und ihre Sicht der Vorkommnisse so häufig schilderte? Der Familie und ihr selbst werden heute noch Sachen unterstellt, die mich dermaßen verärgern.
Es ist schlimm, wie es zum Teil in unserer Welt zugeht und wie wenig Menschlichkeit zu existieren scheint. Man sollte der Frau ihre verdiente Freiheit lassen und sie als normale Mitbürgerin ansehen können, die es verdient hat endlich ihr Leben zu leben nach allem, was ihr zugestoßen ist!

Ich wünsche mir für diese junge Frau, dass sie weiterhin ihre Stärke behält  und ihr Leben so positiv wie möglich verlaufen mag. Meinen vollsten Respekt hat Natascha Kampusch definitiv.


Fazit
Worte sind hier überflüssig.

schmedda#5

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